WHY SO hyStERIOUS?

Posted by Thomas Zydek | Sonstiges | Samstag 6 August 2016 16:49

• Eröffnungsrede vom 22. Juli 2016 im artclub, Köln
 
„WHY SO hyStERIOUS?“ fragt der Künstler Thomas Zydek, der unter diesem Titel seine Ausstellung im Projektraum Passage präsentiert.
Es ist eine Ausstellung die konsequent digital am Computer entstanden ist. Aus dem Internet hat der Künstler die Vorlagen, die verfremdet und überarbeitet wurden, Köpfe und fremdartige Gesichter sind erkennbar oder lassen sich teilweise nur erahnen, manche hat er vermischt mit Fragmenten mikroskopisch kleiner Lebensformen. Spannend und faszinierend einerseits, verstörend und beängstigend andererseits, führen sie uns in eine fremde Welt mit albtraumhaften Wesen.
Der Künstler unternimmt nicht den Versuch, diese Bilder zu schönen oder ihnen dekorativen Wert beizufügen, krass und gnadenlos, schrill und bizarr lässt Thomas Zydek sie auf die Betrachter los, die sie bewältigen und deuten sollen. Er hat dafür zwei Qualitäten der Präsentation gewählt; zum einen großformatige Poster auf Papier, zum anderen kleinere Formate auf Alu-Dibond. Generell kann aber jedes Bild sowohl als Poster oder als Alu-Dibond hergestellt und erworben werden.
Die Werke stehen in Bezug zur Popkultur, sind eine groteske Form von Pop-Art und zeigen intensive Farbgebungen, welche die Wirkung dieser eindringlichen Werke verstärken. Als „Medienfresser“ hat sie der Künstler einst bezeichnet, entmenschlicht und aufgelöst erscheinen sie. Oft deutet nur die Kopfform an, dass es ein Gesicht sein könnte; ihre Fratzen sollen zeigen, in welche Art von Lebensform sie medialer Überfluß, beschleunigtes Leben und Übersättigung verwandelt haben. Eine schreckliche Metamorphose hat stattgefunden und die Menschen verändert – und nicht zum Positiven oder Besseren. Hervorquellende Augen, fletschende Zähne und auch aggressiv-provokante Mimik herrschen vor. Es sind gleichermaßen Schreckensbilder, die unsere heutige Zeit treffend reflektieren und somit sehr zeitgemäß und modern sind, schrill, bizarr und monströs.
Vielen Dank für eine eindringliche, intensive und sehr beeindruckende Ausstellung an Thomas Zydek.
 
Text © Parzival 2016
 
 

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