NEUROBLASTO* MAGAZINE 0.6

Posted by Thomas Zydek | Sonstiges | Samstag 4 Februar 2012 05:46

Neuroblasto* Magazine @ issuu.com

 

MEDIENFRESSER

Posted by Thomas Zydek | Sonstiges | Samstag 4 Februar 2012 05:21

• Eröffnungsrede vom 23. September 2011 im artclub, Köln
 
„Medienfresser“ präsentiert der Künstler Thomas Zydek in seiner Einzelausstellung im Kabinett. Gezeigt werden Fotocollagen, alle auf Dibond gedruckt – erstellt wurden sie in digitaler Arbeitsweise.
Der Künstler will den Irrsinn in der Welt darstellen, den Irrsinn, der über die Medien massenhaft und schonungslos verbreitet wird. Die von ihm dafür erarbeiteten Motive sind heftig, hart, krass, direkt, unmittelbar. Auch von psychologischer Warte aus betrachtet sind die Arbeiten und der künstlerische Ansatz sehr spannend und tiefgehend: Die Menschen haben keinen Bezug mehr zu sich selbst, meint er, zu den Horrorbildern und dem Grauen, das die Medienbilder in uns hineingetragen haben, tief verankert im Unbewussten, wohin wir es verdrängt haben. Wir haben diese Bilder gefressen, geschluckt, gewollt oder ungewollt. In der Tiefe unseres Ichs haben diese Bilder und unsere Kenntnis vom Horror in der Welt ein eigenes Ich erschaffen. Ein Ich, das wir nicht kennen, das wir nicht kennen wollen. Ein Ich, das längst mit Hoffnung auf Besserung und positiver Veränderung abgeschlossen hat. Ein Ich, das seinen Platz verzweifelt sucht.
Thomas Zydek zeigt seine Interpretationen dieses Ichs. Ein Bezug zu diesem „Horror-Ego“ soll entstehen. Es entspricht tatsächlich einem Zeitgeist-Gefühl, dieses Unbehagen, das viele Menschen heute spüren und das stärker wird und mehr und mehr Menschen erfasst. So kann es aussehen, so sieht es aus; insofern sind diese Kunstwerke echte Zeitgeist-Kunstwerke, die auch auffordern, dieses andere Ich in sich zu suchen, zu finden und zu betrachten. Wie sieht mein Horror-Ich aus? Eine Auseinandersetzung, die dem Zeitgeist genauso entspricht wie die Ausstellung selbst.
Vielen Dank für diese anspruchsvolle und tolle Ausstellung an Thomas Zydek.
 
Text © Parzival 2011
 
 

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